Sofort angesprochen fühlte ich mich im Herbst 2009 vom Angebot eines Lateinkurses im ersten Elternbrief des PKG. Ich bin 39 und hatte vorher nie Latein. Nur durch meinen Beruf als Arzthelferin kenne ich logischerweise etliche Wörter, freilich nur aus dem medizinischen Bereich. Nun aber weiß ich - durch die geniale Idee des Herrn Reisacher, nicht nur Schülern, sondern auch Eltern diese Sprache näher zu bringen - dass nicht nur wir Deutschen täglich Latein sprechen ohne es zu merken. In seinem Kurs lernt man nicht nur mit sehr viel Spaß eben diese Sprache, sondern erfährt auch sehr viel Interessantes über das Römische Reich, dessen Blütezeit und wie vieles von damals uns bis heute prägt. Allein die Tatsache, dass unsere „Schulklasse“ im Herbst 2010 sehr gerne weitermachen möchte spricht für sich!
Herr Reisacher – herzlichen Glückwunsch zu Ihrem gelungenen Kurs und vielen Dank für ein schönes Jahr!
Doris Braun, im Juli 2010

Latein - eine tote Sprache?
Also mal ehrlich, wer ein paar Stunden bei Herrn Reisacher im Lateinkurs für Eltern war, der wird diese Frage mit aller Vehemenz verneinen. Bei unserem Kurs haben wir so viel Spaß, dass die trockene Formenlehre zur absoluten Nebensache wird. Wenn´s dann mal um die Beziehungen zwischen der serva und ihrem Lover geht, dann muss schon mal eine Aufforderung an eventuell anwesende Jugendliche ergehen: „Jetzt hört´s ihr mal weg!“. Auch an Klischees hat unser Unterricht viel zu bieten. So ist zum Beispiel von dem armen Mädchen die Rede, das Tränen über seine hässliche Nase vergießt! Typisch pubertierende Weiblichkeit. Oder auch von einem servus, der um seiner Angebeten zu imponieren, seinen sacculus leert, in dem er sein ganzes Erspartes aufbewahrt hat.
Wir erfahren aber auch, wie schwer es die römischen Hirten hatten und dass der Baustil einer drei- oder fünfschiffigen Basilika auf die früheren Handelshäuser zurückzuführen ist. Unser Magister macht uns eindrucksvoll klar, warum Lateinlernen auch heute noch eine spannende Angelegenheit ist, denn wenn er in witzig-humoristischer Art aus der römischen Geschichte erzählt, dann wird uns klar, dass die Grundlagen unserer Kultur in der griechisch-römischen Antike liegen. Außerdem stoßen wir beim Bestimmen der Vokabeln immer wieder auf Wörter, die uns zumindest vom Wortstamm her durchaus geläufig sind und uns im Alltag sehr oft begegnen. Vor allem in der juristischen oder medizinischen Fachsprache, aber auch im gewöhnlichen Büroalltag stößt man immer wieder auf lateinische Ausdrücke, wenn in einer Besprechung zum Beispiel in medias res gegangen wird oder wenn´s um einen Nachweis geht, dann heißt es gemeinhin: quod erat demon-strandum.
Wie kommt man aber nun überhaupt auf die blödsinnige Idee, als Erwachsener einen Lateinkurs zu besuchen?
Ich kann da ja nur für mich sprechen. Eigentlich war ich in meiner Schulzeit nicht gerade ein begeisterter Anhänger der lateinischen Sprache, obwohl mich der geschichtliche Hintergrund auch damals schon sehr interessiert hat. Aber irgendwie hat mich das stupide Konjugieren und Deklinieren ziemlich genervt. Außerdem hatten wir eine zwar sehr liebe, aber ihrem Fach sehr angepasste, etwas verstaubte Lateinlehrerin, die nicht eine so flammende Werbeträgerin war wie der Herr Reisacher. Als dann meine Kinder anfingen, Latein zu lernen, habe ich sie hin und wieder mal ausgefragt und dabei festgestellt, dass mein erlernter Lateingrundstock immer noch ziemlich gegenwärtig war. Plötzlich fand ich es spannend, einen über mehrere Zeilen reichenden Schachtelsatz auszutüfteln.
Allerdings sprang ich nicht gleich auf den Lateinzug auf, da es bei mir zeitlich immer ein bisschen eng ist. Dann lernte ich beim Elternsprechtag Herrn Reisacher kennen und fand ihn gleich sympathisch. Als danach auch noch eine gute Bekannte von mir von den lustigen Lateinstunden schwärmte, stieg ich im März ein. Seitdem habe ich kaum eine Stunde verpasst und vor allem die Unterrichtsstunden im Biergarten zum Schuljahresende hin, wo wir zwischen schnatternden Tennisdamen unsere Lateinübersetzungen zusammenstopselten, fand ich richtig toll!
Und ad finem möchte ich praecipue noch herausheben, dass sich der Herr Reisacher das aus freien Stücken und ohne eine Sesterze zu bekommen antut und geduldig immer wieder die gleichen Fragen beantwortet.
Respekt! Respekt! Gratias agite!
Zum Schluss noch ein alter lateinischer Scherz:
Caesar cum spectavit, portum plenum esse, iuxta navigavit (Als Caesar sah, dass der Hafen voll war, schiffte er daneben!).
Cornelia Müller, im Juli 2010

Lateinkurs für Erwachsene im Paul-Klee-Gymnasium Gersthofen 2009/2010
Lehrer:Robert Reisacher
Seit Oktober 2009 nehme ich regelmäßig an o. g. Kurs teil. Eigentlich wollte ich nur die Gestaltung dieses Kurses, den mein Sohn einmal wöchentlich durchführt, kennenlernen. Sehr schnell wurde aber in mir das Interesse für Latein und auch dem dazugehörigen geschichtlichen Teil geweckt. Der Unterricht war stets sehr interessant und abwechslungsreich. Ich fände es sehr gut, wenn sich dieser Kurs fortsetzen würde.
Inge Reisacher
Mutter von Robert, im Juli 2010

Latein – nur zum Spaß?
Im Juli 1974, als ich meine – wie ich damals annahm – letzte Lateinstunde absolviert, das Fach abgewählt und meine Lateingrammatik vernichtet hatte, hätte ich jedem, der mir prophezeit hätte, ich würde in meinem Leben nochmals freiwillig an einem Lateinunterricht teilnehmen, nahegelegt, sich auf seinen Geisteszustand hin untersuchen zu lassen. Meine (alle der Kriegs- oder ersten Nachkriegsgeneration zugehörigen und mehr oder weniger versehrten) Lateinlehrer hatten uns durch gnadenloses und penetrantes Deklinieren, Konjugieren, Vokabeln-und-Grammatik-Eintrichtern auch den kleinsten Funken Lust auf Latein gründlich ausgetrieben.
Dachte ich zumindest!
Mit der Zeit bemerkte ich, dass man mit dem von vielen Leuten (nennen wir sie doch Ignoranten) als nutzlos betrachtetem Wissen (Wissen ist nie nutzlos!) bisweilen doch ganz schön Eindruck machen konnte. Ob es um Grammatikkenntnisse oder Fremdwörter ging, es ließ sich oft so schön gescheit daherreden. Und ich liebe es, gescheit daherzureden!
Mein Verhältnis zu Latein war mithin ein zwiespältiges: Einerseits die Erinnerung an das grauenvolle und an Erfolgserlebnissen sehr arme Erlernen, andererseits der zumindest subjektiv gefühlte, aber auch objektiv vorhandene, angenehme Nutzen.
Nach diesen Erfahrungen betrachtete ich das Angebot von Herrn Reisacher, am Paul-Klee-Gymnasium einen Lateinkurs für Eltern durchzuführen, mit durchaus widerstrebenden Gefühlen. Schließlich meldete ich mich in der sicheren Erwartung an, dass die geforderte Mindestzahl von zehn Teilnehmern sowieso nicht zustande käme.
Es kamen fast dreißig!
Was waren das für Leute, die in ihrer oft knapp bemessenen Freizeit offensichtlich nichts anderes zu tun hatten, als Latein zu lernen? Überraschenderweise: Lauter nette. Und was war das für ein Lehrer, der nach all dem Unterricht nur zu seinem Privatvergnügen auch noch den Eltern der Schüler Latein nahebringen wollte? Wider all meinen Erfahrungen mit Lateinlehrern: Auch ein netter.
Die Voraussetzungen der Teilnehmer unterschieden sich stark. Die meisten waren in Bezug auf Latein noch jungfräulich, einige konnten schon erste, zarte Erfahrungen sammeln und wenige hatten bereits mehr als Grundkenntnisse. Erstaunlicherweise schaffte es Herr Reisacher spielend, alle unter einen Hut zu bringen, sodass keiner überfordert, aber auch keiner gelangweilt war. Konsequenz: Fast kein Abgang.
Überhaupt hatte dieser Lateinunterricht mit dem in meiner Schulzeit erlittenen nur wenig zu tun, außer dem Latein selber. Es galt ja nicht, feste Stoffpläne zu erfüllen, mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln gute Noten zu produzieren und Klassenziele zu erreichen. Ohne Druck konnte man mit Spaß (!) freiwillig lernen, wobei das keineswegs bedeutete, dass dabei nichts gefordert wurde. Unser magister, -tri m. wurde nicht müde, uns stetig in Aussprache, Betonung und Grammatik zu korrigieren und so lange nachzufragen, bis die richtige Übersetzung schließlich kam. Eine positive Penetranz.
Sehr geglückt und allseits beliebt: Die Exkurse in die römische Geschichte und die Geschichten über Land, Leute und Leben in römischer Zeit sowie Herrn Reisachers Anekdoten über oft skurrile und meist etwas eigenartige Professoren, Lateinlehrer, Autoren und Altphilologen, bisweilen verbunden mit erwähnenswert guten schauspielerischen Leistungen seinerseits.
Latein für Eltern: Für mich ein gelungenes Experiment mit einem engagierten Lehrer, der eine Sache gut, verständlich und unterhaltsam rüberbringen konnte sowie Teilnehmern, die interessiert und aufnahmebereit waren und die nun zumindest eine Ahnung haben, warum ihre Kinder Latein mögen oder hassen. Ich für meinen Teil habe mich erstmals auf den Lateinunterricht gefreut.
Eine Fortsetzung im neuen Schuljahr wäre sehr zu begrüßen und eine Ausweitung, die sich dann allerdings wohl nicht mehr als Privatvergnügen des Lehrers durchführen ließe, wünschenswert. Vielleicht gibt es seitens der Schule hier Möglichkeiten, natürlich nicht zu Lasten ihrer Schüler.
Peter Rieser, im Juli 2010

Salve Magister!
Anfangs waren wir nur neugierig. Eine Schule bietet den Eltern Lateinunterricht – kostenlos!? Kein Mensch braucht Latein, alles Zeitverschwendung, oder? Wir hatten nie Latein. Mal reinschnuppern kann ja nicht schaden. Wir können immer noch aufhören.
Bereits nach den ersten Unterrichtsstunden wurde uns aber schnell klar: Jede Lateinstunde ist tatsächlich zugleich eine Deutschstunde. Scheinbar neue Vokabeln kommen uns so vertraut vor. Wir sprechen sie täglich, ohne deren eigentlichen lateinischen Ursprung zu (er)kennen. Egal wo. Wir werden seither ständig mit dieser Sprache konfrontiert. Sei es in der Kirche, in der Arbeit oder auch in anderen Sprachen.
„Latein“ ist der Virus, der uns vor einem Jahr befallen hat und uns nicht mehr loslässt. Früher mussten wir die Schulbank drücken und jetzt gehen wir sogar freiwillig, sind motiviert, lernen und freuen uns auf jede neue Stunde, solange es keine Benotung gibt.
Wir wollen auf jeden Fall weiter machen und freuen uns schon auf das neue capitulum im nächsten Schuljahr …
Danke, Herr Reisacher!
Claudia und Stephanus Orlowski aus Gersthofen, im Juli 2010
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