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Seit Anfang Oktober 2009 können am Paul-Klee-Gymnasium Gersthofen nicht nur Schülerinnen und Schüler Latein lernen, sondern auch interessierte Eltern. Dabei verfolgt der Kurs zwei Ziele: Zum einen soll Laien ein Einblick in die Sprache Caesars und Ciceros gewährt bzw. alte Schulkenntnisse von Kundigen wieder aufgefrischt, zum anderen aber auch (wieder) ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, was die Kinder durch das Erlernen des Lateinischen tagtäglich leisten müssen bzw. werden müssen. Der Elternkurs steht nämlich Eltern der gesamten Schulgemeinschaft offen, also auch denjenigen, deren Kinder selbst (noch) gar kein Latein lernen.
Der Verlauf des ersten Kurses ist eine Erfolgsgeschichte sui generis. Die Mindestvorgabe von 10 Teilnehmern für ein Zustandekommen wurde um mehr als das Doppelte übertroffen. 26 Eltern(paare) fanden sich bereit, immer montags wieder wie einst die Schulbank zu drücken. Obgleich allein dies schon einer Sensation gleichkommt, ist es verblüffend zu sehen, mit welcher Hartnäckigkeit die Elternschüler dabeiblieben. Gerade drei Mann hatte der Kurs bis zum Schuljahresende verloren, 23 Teinehmer/-innen hielten durch! Das ist selbst für einen Lateinfanatiker wie den Kursleiter eine Ausnahmeerscheinung. Aber auch ein Grund zur Freude, denn so schlimm kann die Kultursprache Europas dann ja gar nicht sein. Quod erat demonstrandum.
Wie es die Eltern empfunden haben, jeden Montag wieder Schüler spielen zu dürfen, kann der geneigte Leser hier selbst nachlesen. Venistis parentes – profecto operae pretium erat! (Ihr seid gekommen, Eltern – es war tatsächlich der Mühe wert!)
Reisacher
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