Dank Stephen Spielbergs Film ist Oskar Schindler mittlerweile fast jedermann bekannt. Durch seinen und den Einsatz von Mietek Pemper konnten über Tausend Juden vor der Gaskammer gerettet werden. Oskar Schindler äußerte im Mai 1945 vor seinen befreiten jüdischen Arbeitern: „Für euer Überleben dankt nicht mir, dankt Eueren Leuten, die Tag und Nacht arbeiteten, um Euch vor der Vernichtung zu retten. Dankt eureren unerschrockenen Stern und Pemper, die bei ihrer Aufgabe für Euch jeden Moment dem Tode ins Auge geschaut haben“. Mietek Pemper musste als 23-jähriger polnisch-jüdischer Lagerhäftling unfreiwillig als persönlicher Stenograph für Amon Göth arbeiten, den als gewissenlosen Mörder berüchtigten Kommandanten des Zwangsarbeiterlagers und späteren KZ Krakau-Plaszow. Mehr als 500 Tage arbeitete Mietek Pemper im „Epizentrum des Bösen“, die es ihm ermöglichten, an der Rettung von über tausend seiner Mithäftlinge mitzuwirken. Dabei arbeitete er zwischen „Teufel“ und „Engel“, und der Engel war Oskar Schindler, der nur dank Pempers Einblicke in Geheimkorrespondenz schließlich seine berühmte Liste schreiben lassen konnte und damit viele Menschen vor dem Tode bewahrte. Nahezu unbeachtet lebte Mietek Pemper seit 1958 in Augsburg, ehe er Stephen Spielbergs Berater bei dessen Film „Schindlers Liste“ wurde. Pemper war aber auch in den Sechziger Jahren Kronzeuge in zahlreichen Prozessen gegen die nationalsozialistischen Verbrecher.
Teilnahmevoraussetzungen am Projekt:
Im Jahr 2005 erschien Mietek Pempers Buch „Der Rettende Weg. Schindlers Liste. Die Wahre Geschichte.“ Die Lektüre dieses Buch ist Voraussetzung an der Teilnahme am geplanten Internetprojekt . Alle historisch interessierten Schüler der Jahrgangsstufen 10-12 können teilnehmen, aber auch solche, welche vornehmlich am Design und an der technischen Umsetzung historischer Inhalte ins Internet interessiert sind. In Abänderung der Aussage von Winston Churchill vom Mai 1940 kann ich den Interessierten allerdings nicht viel mehr versprechen als „Toil, tears and sweat“. Das bedeutet, dass viel Durchhaltevermögen, Disziplin und Arbeit verlangt und erwartet werden für relativ wenig Gegenleistung – es sei denn man betrachtet diese Projektarbeit in vielerlei Hinsicht als enorm wichtig für die eigene Persönlichkeitsentwicklung, Allgemeinbildung und für das historische Grundverständnis. Und daneben könnte die Grundeinsicht stehen, die zum Leitspruch für Mietek Pemper wurde und auch für uns sein könnte: „Numquam vivit , qui nemini prodest.“
Anmeldungen sind bei Herrn Dr. Lehmann persönlich oder aber über per e-mail möglich: bernhard.lehmann@gmx.de |