Exkursion ins Augsburger Zeughaus am 19.2.2008

Die Präsentation der Ausstellung „Vom neuen zum modernen Bayern“ durch das Haus der Bayerischen Geschichte im Augsburger Zeughaus nahmen unsere Geschichtslehrer der K12 zum Anlass, eine Exkursion dorthin zu organisieren. Der Besuch der Ausstellung diente vor allem dazu, bereits Gelerntes zu veranschaulichen und weiter zu vertiefen und war durchaus lohnend.

Die modular aufgebaute Ausstellung  präsentierte dabei den Wandel Bayerns in politischer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und demographischer Hinsicht. Bei der Führung konnten natürlich nur Einzelaspekte dargeboten werden, es wäre ratsam, die Ausstellung zur Vertiefung nochmals zu besuchen.

Anfangs stellte uns Herr Volz, unser historischer Begleiter verschiedene bayerischer Persönlichkeiten vor, die in sportlicher, kultureller oder politischer Hinsicht um das Bundesland verdient gemacht haben. Hier wurde vor allem Maximilian Graf von Montgelas genannt, der als Begründer des modernen bayerischen Territorialstaates zu gelten hat. Weil wir solide Vorkenntnisse mitbrachten, war für uns die territoriale Umgestaltung Bayerns vom „Fleckerlteppich“ bis hin zu der uns bekannten Form von besonderem Interesse. Die napoleonischen Kriege, Säkularisation und Mediatisierung führten zu der radikalen Umgestaltung des bisher feudalen Staates. Erst bei der Gebietsreform von 1972 kam es zu einer neuerlichen Veränderung Bayerns durch die Halbierung der bayerischen Landkreise, was aber nicht immer auf die Zustimmung der Bevölkerung stieß.
In einem weiteren Modular wurde die Entwicklung der ersten Verfassungen von 1808 und 1818 bis hin zu unserem Grundgesetz  und unseren Grundrechten dargestellt. Interessant dargestellt und neu für die Schüler war die Schaffung des einheitlichen Strafrechts und die Abschaffung der Folter 1815.
Ein weiteres Modul demonstrierte den Wandel im Hinblick auf die  Verwaltungsstruktur, insbesondere wurde das Subsidiaritätsprinzip nach und nach ausgedehnt. Doch nicht nur auf politischer Ebene vollzogen sich zahlreiche Veränderungen, auch durch den Wandel vom Landwirtschafts- zum Industriestaat mit Ausbau des Eisenbahnnetzes wurden die Umwälzungen erkennbar. In gesellschaftlicher Hinsicht unternahm der Freistaat Bayern während der beiden letzten Jahrhunderte große Anstrengungen, die Juden, Gastarbeiter und die Sudetendeutschen mehr oder weniger erfolgreich zu integrieren.

Neue Maßstäbe setzte auch die Reform des Bildungssystems durch die Einführung der Schulpflicht (1802), des koedukativen Unterricht und der Abschaffung der Konfessionsschulpflicht 1968. Heute kann Bayern ein verglichen mit anderen Bundesländern hohes Bildungsniveau vorweisen, das durch zahlreiche universitäre Einrichtungen und das ENB (Elite Netzwerk Bayern) unterstützt wird. Auch das flächendeckende Krankenhausnetz Bayerns hat seinen eigentlichen geschichtlichen Ursprung 1800, als succzessive soziale Aufgaben, die früher in der Obhut der Kirche lagen, vom Staat übernommen wurden. So konnte das Gesundheitswesen kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert werden. Den Abschluss der Ausstellung bildete das Modul „Schwaben“, anhand dessen noch einmal verschiedene Aspekte konkretisiert wurden.

Überaus positiv zu beurteilen war der Versuch der Veranschaulichung durch verschiedene Exponate in den einzelnen Modulen, wie zum Beispiel durch Präsentation eines Schriftwechsels zwischen Lehrer und Schüler in der Bismarckzeit oder durch eine Büste Mongelas’. Daneben tragen Kurzvideos, Interviews, Kartenmaterialien und reiches Bildmaterial viel  zu dieser als sehr gelungenen zu bezeichnenden Ausstellung bei. Zum Abschluss erhielten die Schüler noch Informationen zur Baugeschichte des Zeughauses und zur Sankt-Michaels-Gruppe über dem Eingang des Zeughauses, die von Wadim Koren mit der Fassade von St. Michael in München verglichen wurde welche die Exkursion gut abrundete.

 

 

 

 

 

 
   
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