| Ao.Univ.Prof.Dr.rer.nat. Jürgen Smoliner |

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geboren 1961 in Essen
- Abitur 01.05.1980 am Gymnasium Gersthofen
- 1980 - 1985 Studium der Physik an der Universität Innsbruck
- 1988 Promotion zum Doktor der Natrurwissenschaften an der Universität Innsbruck
- 1988 - 1993 Akad. Rat a.Z. am Walter Schottky Institut der Technischen Universität München
- 1993 - 1997 Universitätsassistent am Inst. für Festkörperelektronik der Technischen Universität Wien
- 1997 Habilitation im Fachgebiet "Halbleiterelektronik"
- seit 1997 Außerordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Festkörperelektronik der TU-Wien
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| Schüler des Paul-Klee-Gymnasiums wollen von Prof. Smoliner wissen... |
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| Gibt es ein Erlebnis in Ihrer Schulzeit, das Ihr weiteres Leben und Ihren Werdegang nachhaltig beeinflusst hat, wenn ja, welches? |
| "Eine Sportverletzung beim Weitsprung. Die hat mir dann gezeigt, dass Leistungssport doch kein so sicherer Beruf ist. Mein 100m-Rekord für Schüler beim TSV Gersthofen aus dem Jahre 1975 steht übrigens noch immer (zumindest laut der Internet Seite des TSV)." |
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| Welche Leistungskurse haben Sie belegt? |
| "Physik und Chemie" |
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| Wieso sind Sie ausgerechnet an das Paul-Klee-Gymnasium gekommen? |
| "Das war Zufall. Ich wollte nach der Volksschule einfach in ein Gymnasium gehen. Da jedoch bei einem Eignungstest in der Volksschule herauskam, dass ich nur "bedingt geeignet" für denn Besuch einer höheren Schule war, haben meine Eltern natürlich die einfachste Variante gewählt und mich auf die neue Schule vor Ort und nicht in ein renommiertes Gymnasium nach Augsburg geschickt." |
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| Was war Ihr Lieblingsfach an der Schule? |
"Mir hat die Schule als Ganzes gut gefallen und richtige Lieblingsfächer gab es eigentlich keine. Allerdings gab es Fächer, bei denen ich erhebliche Motivationsprobleme hatte, ganz besonders bei Kunsterziehung und Geschichte. Wie sich dann im Laufe der Zeit herausgestellt hat, lag das dann aber eher am Lehrer. Mit dem richtigen Lehrer war plötzlich sogar Geschichte sehr interessant.
Kunsterziehung: auch heute schau ich mir eigentlich Werbeplakate lieber an als Gemälde...." |
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| Mussten Sie einmal eine Jahrgangstufe wiederholen? |
| "Nein, in der Gefahr war ich niemals." |
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| Gab es ein Fach in dem Sie besonders schlecht waren? |
"Wie schon erwähnt, Kunsterziehung. Nicht dass die Noten schlecht gewesen wären, aber es gab für mich keinen Zusammenhang zwischen Leistung und Note. Latein war notenmässig schlechter, aber da war mir auch klar warum. Der Lernaufwand war riesig und das Lernen wurde dann eben "optimiert", weil ein wenig Freizeit braucht der Mensch auch noch. Richtig schlecht war ich dann zum Schluss ich Deutsch. Das hatte allerdings mehr politische Gründe, nämlich eine eher undiplomatische Diskussion mit der Deutschlehrerein anlässlich eines Referats über Opern. Ich hoffe ich zitiere das noch so halbwegs richtig: "Lehrerin: Warum rufen Sie ihre Mitschüler da hinten nicht zur Ordnung, die sind unaufmerksam, schlafen, und spielen sogar Karten!
Ich: Das kann ich nicht, die tun das ja, weil sie die ganze Materie ebenso wenig interessiert wie mich...". " |
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| An welches Erlebnis aus Ihrer Schulzeit am Paul-Klee-Gymnasium können Sie sich besonders gut erinnern? |
| "Das sind die Programmierorgien auf diesem Radio-Shack TRS80 Computer des Physiklehrers. Ein absolutes Suchtmittel, denn Computer gab es damals praktisch noch gar nicht, und die, die es gab, waren absolut primitiv (Datenspeicherung mit Cassetenrekorder, statt Grafikausgabe nur ein VT100 Terminal) und abartig teuer. Keine Ahnung, wo der Physiklehrer das Ding herhatte, aber ich und einige MitschŸler waren davon nicht wegzubekommen. Unsere erste Tat: Das Spiel "Startreck" programmieren nach Anleitung aus irgendeiner Zeitung. Da kam man dann schon mal šfter zu spŠt in den anderen Unterricht..." |
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| Zu welchem Zeitpunkt war Ihnen klar, dass Sie Physiker/Elektrotechniker(?) werden wollen? |
| "Eigentlich schon gleich nach dem Abitur oder kurz vorher. Ein Jugendtraum war das nicht, eher eine bewusste Entscheidung, geprägt durch die Selbsteinschätzung meiner Talente und durch die damals extrem gute Joblage auf diesem Gebiet" |
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| Hatten Sie während der Schulzeit Zweifel, dass das Abi wirklich das Richtige für Sie ist ? |
| "Nein. Der Hauptgrund dafür war, dass ich einfach nicht wusste, was ich wollte. Nachdem man mit einem Abi alles machen konnte, habe ich mir gedacht, erst mal das Abi zu machen und dann weiterzusehen." |
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| Welche Musik hören Sie privat? |
| "Zwangsweise die von meinem Sohn: Die Ärzte, Subway to Sally, Nightwish, Amon Amarth und diversen anderen "Metal" aber auch Neo-Mittelalterlichen Rock wie "In Extremo" oder "Schandmaul". Zum Glück gefallen meinem Sohn auch alte Sachen von Simon and Garfunkel, Deep Purple etc. Meine absolute Lieblingsband ist und bleibt aber Roxette." |
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| Warum ausgerechnet Physik/Elektrotechnik? |
| "Chemie hätte mich auch noch interessiert, aber alles Andere hielt ich für zu langweilig bzw. für mich ungeeignet. Für Sprachen habe ich kein Talent, die Noten waren zwar nicht schlecht, das Lernen war aber immer eine Qual. Bei dem Gedanken an den Lernaufwand für Medizin oder Jura wird mir noch heute übel. Physik war da genau richtig. Mit gesundem Hausverstand und ein wenig mathematischer Begabung war das bei vernünftigem Lernaufwand alles gut zu machen. Physik ist sozusagen ein optimales Studium für lernfaule Leute, allerdings braucht es doch einen gewissen Hang zum Masochismus. So eine Rechenübung in Elektrodynamik oder Quantentheorie ist schon eine Herausforderung. Ich würde mal sagen, wer Leistungssport betreibt, kommt mit Physik gut zurecht, besonders Kampfsportlern und vor allem KampfsportlerInnen liegt das Studium offenbar sehr. Wir hatten da schon einige Absolventen mit diesem Hobby. Der Umkehrschluss gilt natürlich nicht." |
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| Welche Hindernisse haben Sie auf dem Weg zu Ihrer jetzigen Stellung überwinden müssen? |
| "Einige. Zunächst war das Studium kein Zuckerschlecken. Meine Eltern sind damals zurück nach Österreich (Kärnten) gegangen. Ich habe dann in Innsbruck studiert. Nach Wien wollte ich damals nicht und Innsbruck war ein guter Kompromiss zwischen Qualität und Lage. Als Ausländer in Deutschland zu studieren war damals lange vor der EU praktisch unmöglich, vor allem wenn die Eltern nicht In Deutschland wohnten. Alleine in einer fremden Stadt viele 100 km von den nächsten Freunden und Bekannten entfernt zu studieren ist nicht einfach und es galt Anfangs eine Menge Frust und Einsamkeit zu ertragen. Finanziell war alles auch relativ eng und neben einem Physikstudium zu arbeiten ist fast unmöglich. So im 3ten Semester war der absolute Tiefpunkt (psychologisch und leistungsmä§ig) erreicht und ich dachte ernsthaft ans Aufhören. Allerdings habe ich mich dann doch noch einmal extrem zusammengerissen und plötzlich ging es dann. Meine neu gewonnenen Freunde vor Ort haben mir dabei viel geholfen und ich war dann mit dem Diplomstudium wirklich um 10 Semestern fertig. Die anschließenden 3 Jahre Dissertation waren zwar viel harte Arbeit, dennoch aber eine extrem schöne Zeit. Danach wurden die Zeiten etwas nervig, allerdings hatte ich ziemliches Glück. Zunächst einmal war die Joblage katastrophal. Zu Studienbeginn gab es ca. 15 Seiten Stellenanzeigen für Physiker/ Elektrotechniker in der Samstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung (kein Witz, das stimmt wirklich), am Ende meines Studiums dann nur noch eine halbe Seite. Als sich die Stelle an der TU-München angeboten hat, habe ich diese genommen, obwohl die auf nur 5 Jahre befristet war. Anfangs war des kein Problem gegen Ende der 5 Jahre aber schon, denn die Joblage war nicht besser. Durch Zufall hat sich dann eine Assistenstenstelle in Wien ergeben, auch wieder nur zeitbefristet. Der Weg zum Dozenten und meiner jetzigen permanenten Stellung war dann wieder von einer ganzen Reihe günstiger Zufälle geprägt. In Summe war alles ziemlich aufreibend und vor allem völlig unplanbar. Wer einfach hingeht und sagt "ich studiere jetzt und will dann Professor auf der Uni werden" hat nach meiner Erfahrung einen sehr langen und sehr harten Weg vor sich mit nur wenig Aussicht auf Erfolg." |
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| Sonstige Kommentare/Anmerkungen von Hr. Smoliner an die Schüler des PKG gerichtet: |
"Wenn ich darf, würde ich gerne paar Worte an diejenigen richten, die Absicht haben, ein Studium zu beginnen: Welche Richtung auch immer Sie wählen, wählen Sie nur etwas, was Ihnen auch Freude bereitet. Ein Studium ist harte Arbeit, dauert lange und bringt of auch oft Frustration mit sich. Wer sich in solchen Situationen nicht mit dem gewählten Weg identifizieren kann, wird letztendlich vermutlich scheitern. Nur was man gerne macht, wird am Ende auch wirklich gut.
Besonders motivieren möchte ich zum Schluss auch alle SchülerINNEN, ein technisches Studium nicht im Vorhinein auszuschließen. Die Frauenquote ist in den technischen Studienrichtungen bei uns bekannterweise niedrig, in Frankreich oder Polen aber bei 50%. Alle Universitäten kennen dieses Problem und sind sehr bemüht, den Anteil der weiblichen Studierenden in den technischen Fächern zu heben. Da ich inzwischen selber zwei Doktorandinnen ausbilden durfte, weiß ich, dass Sie sich in punkto Talent vor Ihren männlichen Kollegen nicht verstecken müssen. Weiters gebe ich auch offen zu, dass ich damals ohne die Hilfe einer Studienkollegin die Hürden des Studiums vermutlich nicht überwunden hätte. Die Dame ist jetzt übrigens Professorin für Physik an der Med. Uni Innsbruck.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg für Ihren weiteren Lebensweg." |
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Wenn ihr noch mehr über Prof. Smoliner wissen wollt:
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