Lesetipps von und für PKG-Schülerinnen und -Schüler

Der PKG-Elternbeirat und OStR G. Schmid, Fachschaft Deutsch am PKG, haben hier für die
Unterstufe bzw. Mittelstufe
Bücher zusammengestellt, die von jungen Lesern und Leserinnen empfohlen wurden.
Bücher lesen ist immer eine persönliche Erfahrung. Nicht alle mögen die gleichen Geschichten.
Die kurzen Inhaltsangaben sollen hier deshalb einen ersten Überblick geben. Wir sind aber sicher:
Wer gute und spannende Bücher sucht, wird hier fündig!
Wir suchen aber auch weiterhin Buchempfehlungen von Schülern und Schülerinnen!
Eure Lesefutter-Empfehlungen veröffentlichen wir hier mit eurem Vornamen und der Jahrgangsstufe.
Schreibt eure Buchtipps auf Papier und gebt sie bei eurer Deutsch-Lehrkraft ab oder schickt sie per e-mail an die Elternbeiräte:
Dr. Karlheinz Schäble (e-mail: schaebleKF@t-online.de)
Diese Aufstellung wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Vielleicht sind manche der empfohlenen Titel inzwischen auch als Taschenbuch lieferbar - fragt einfach im Buchhandel danach.
Empfehlungen des „Deutschen Jugendliteraturpreises“ sind übrigens unter „www.jugendliteratur.org“ zu finden.
Alle Bücher sind kurzfristig im „Buchladen Gersthofen“ erhältlich, dem wir hiermit
für seine Unterstützung mit aktuellen Informationen und Hinweisen danken.
Für die Unterstufe:
„Hände weg von Mississippi“ von Cornelia Funke:
Emma kann es kaum fassen: Ein echtes Pferd ganz für sie allein - Mississippi, die Stute vom verstorbenen alten Klipperbusch! So ein supertolles Geschenk kann doch nur von ihrer Großmutter Dolly kommen. Ihr Haus ist nämlich das reinste Tierheim. Das werden bestimmt aufregende Ferien! Doch mit dem, was dann passiert, hätte Emma nie im Leben gerechnet: Merkwürdigerweise will nämlich Klipperbuschs ekliger Neffe plötzlich Mississippi um jeden Preis wiederhaben. Dabei hatte er dieses »lästige Erbstück« doch zuvor für viel Geld an Dolly verkauft. Ob das mit Klipperbuschs geheimnisvollem Testament zusammenhängt? Als dann auch noch Dollys Hunde spurlos verschwinden und ein Erpresserbrief auftaucht, beginnt ein spannender Wettlauf gegen die Zeit. (ab 10 Jahren)
Cecilie Dressler Verlag, ISBN 3-7915-0453-3, ca. 190 S., € 10,90
„Der Fluch des David Ballinger“ von Louis Sachar:
Es war eine blöde Idee, der alten Mrs Bayfield den Spazierstock zu klauen, aber David hat nur mitgemacht, um nicht als Weichei dazustehen. Das schützt ihn aber offensichtlich nicht vor Mrs Bayfields Zorn – und es heißt von ihr, sie könne Leute verfluchen. Oder ihnen das Gesicht weghexen. Sein Gesicht hat David zwar noch, aber ihm passieren plötzlich ständig peinliche Dinge, die ihn immer wieder an die Geschichte mit dem Spazierstock erinnern … (ab 10 Jahren)
dtv Verlag, ISBN 3-423-62162-1, ca. 120 S., € 7,50
„Grischka und sein Bär“ von René Guillot:
Nach einem Streit in der Dorfgemeinschaft der Tuschkenen muss Grischkas Vater, ein mutiger Pelztierjäger, seinen Stamm verlassen. Grischka bleibt allein zurück und zieht in die Jurte des Häuptlings. Eines Tages trifft Grischka im Wald auf ein kleines Bärenjunges, dessen Mutter von Jägern getötet wurde. Grischka kümmert sich um den kleinen Bären und durchstreift mit ihm die weiten Ebenen der Tundra. Aber schon bald ist sein Schützling in Gefahr. (ab 10 Jahren)
Bertelsmann Verlag, ISBN 3-570-20273-9, ca. 160 S.; € 6,00
„Timm Thaler“ von James Krüss:
Timm Thalers Lachen steckt alle an. Bis er es an den geheimnisvollen Baron Lefuet verkauft. Beide schließen einen Vertrag: Der Baron erhält Timms Lachen und Timm gewinnt ab jetzt jede Wette. Doch bald merkt Timm, dass ein Mensch ohne Lachen kein richtiger Mensch ist, und so macht er sich auf, sein Lachen zurückzuerobern. Das Buch von Timm Thaler hat zahlreiche Preise erhalten und wurde auch verfilmt - die Geschichte begeistert noch immer. (ab 10 Jahren)
Oetinger Friedrich, ISBN 3-7891-4013-9, ca. 255 S.; € 6,00
„Shoppingfalle“ von Brigitte Blobel:
Aus Liebeskummer lässt sich Fenja eine völlig neue, auffällige Frisur machen, mit der sie von ihren Freunden bewundert wird. Seit sie so gestylt ist, wird sie auf tolle Partys eingeladen und sie lernt eine neue Welt kennen. Doch für dieses neue Leben braucht sie das passende Outfit, ein Handy, neue Schuhe ... Fenja steckt in akuten Geldnöten und ihre Eltern dürfen davon nichts wissen. (ab 12 Jahren)
Arena Verlag, ISBN 3-401-02909-6, ca. 240 S.; € 6,95
„Bartimäus - Das Amulett von Samarkand“ von Jonathan Stroud:
Ein ausgebufftes Paar wider Willen: Der Junge Nathanael ist nicht nur mutig, sondern auch Gebieter über den mächtigen Dschinn Bartimäus. Grummelnd und grollend macht sich der freche, dämonische Flaschengeist daran, den Wunsch seines Herrn nach dem Amulett von Samarkand zu erfüllen. Doch der Besitzer des Amuletts ist hinterhältig und auf das ungleiche Duo warten packende Abenteuer. Die Geschichte wird mal aus Sicht des zwölfjährigen Nathanael erzählt, mal aus der Sicht des mächtigen Dschinns – und der geht mit seinen Lesern alles andere als zimperlich um. (ab 11 Jahren)
Cbj, ISBN 3-570-12775-3, ca. 540 S., € 18,90
„Tintenherz“ von Cornelia Funke:
Das ist ein Buch für richtige Leseratten: Es geht um Bücher und um etwas, was sich viele Leser heimlich wünschen, dass nämlich die Figuren aus den Büchern lebendig werden können. Meggies Vater besitzt die Gabe, Buchhelden aus Büchern herauszulesen. Allerdings kann er das nicht bewusst einsetzen - und so hat er ganz unfreiwillig den Bösewicht Capricorn aus einem Buch namens "Tintenherz" zum Leben erweckt. Dafür ist Meggies Mutter seitdem verschwunden ... Die Geschichte ist so fesselnd und spannend erzählt, dass man das Buch nach der letzten Seite nur widerstrebend aus der Hand legt. (ab 12 Jahren)
Dressler Cecilie, ISBN 3-7915-0465-1; ca. 575 S.; € 19,90
„It could be worse - oder?“ von Emer O'Sullivan und Dietmar Rösler:
Karin zieht mit ihrem Vater nach Irland zu ihrem Freund Paddy und dessen Mutter. Die beiden mögen sich - trotzdem haben sie es nicht immer leicht miteinander. Paddy findet, dass Karin sich nicht genug Mühe gibt, sich in der neuen Umgebung einzuleben. Karin fühlt sich dagegen oft allein und vermisst ihre Freunde aus Berlin. Die Erzählung spielt in Irland und wechselt zwischen deutscher und (einfacher) englischer Sprache. Durch die deutschen Passagen kann man der Erzählung leicht folgen, mit den englischen Textstücken kann man ganz nebenher einiges lernen. Ausgefallene Vokabeln versteht auch Titelheldin Karin nicht, die solange fragt bis sie weiß, worum es geht; das erspart das Nachschlagen im Lexikon. Wer sich noch nicht zutraut ein ganzes Buch auf Englisch zu lesen, kann's hier mal ausprobieren. (ab 12 Jahren)
rororo Verlag, ISBN 3-499-20374-X, ca. 95 S.; € 4,90
„Die seltene Gabe“ von Andreas Eschbach:
Spiegel zerspringen, Autos bleiben liegen und wie von unsichtbarer Hand geführt schweben Dinge durch den Raum. Diese Vorgänge werden von dem Jugendlichen Armand durch dessen telekinetische Fähigkeiten gelenkt. Diese Gabe weckt jedoch das Interesse des Militärs und Armand bleibt nur die Flucht. Es beginnt ein spannender Wettlauf gegen die Zeit, gegen das Netz der Geheimdienste, gegen den Tod und um die Freundschaft mit Marie ... (ab 12 Jahren)
Arena Verlag, ISBN 3-401-05461-9, ca. 250 S.; € 12,90
„Stargirl“ von Jerry Spinelli:
Eine neue Mitschülerin fällt in einer Kleinstadt in Arizona allen durch ihr ungewöhnliches Verhalten und Wesen auf. Erste Ablehnung schlägt in Bewunderung um, als die Sportmannschaft dauerhaft gewinnt seit dieses Mädchen als Cheerleaderin die Spieler anfeuert. Doch auch in dieser Funktion ist das Mädchen mit dem merkwürdigen Namen "Stargirl" ungewöhnlich und anders. Als die Gewinnsträhne der Sportler abreißt, schlägt die Bewunderung in Feindschaft um. Leo ist sehr in Stargirl verliebt. Als er spürt, dass sie beide zu Außenseitern werden, beschließt er, Stargirl in ein "normales" Mädchen zu verwandeln. Er bereut diesen Entschluss erst, als eigentlich alles zu spät ist. (ab 12 Jahren)
dtv Verlag, ISBN 3-423-78199-8; ca. 200 S.; € 6,50
„Eine für Vier“ von Ann Brashares:
Vier Mädchen, die zum ersten Mal die Ferien nicht zusammen verbringen werden, haben eine grandiose Idee: Um in Kontakt zu bleiben, schicken sie eine Jeans (eine von der absolut perfekten, unentbehrlichen Sorte) auf Reisen - von einer zur anderen, um die halbe Welt. Sie legen sorgfältig Regeln für den Umgang mit dieser Hose fest, z.B. auf die Hosenbeine zu schreiben, wo und bei welcher aufregenden Gelegenheit diese Jeans getragen wurde - und davon gibt es in diesem unvergesslichen Sommer einige! (ab 12 Jahren)
Bertelsmann, ISBN 3-570-30179-6, ca. 320 S.; € 7,90
„Vorsicht Freundinnen“ von Amy Goldman Koss:
Es geht um eine Clique von fünf Freundinnen und um die festen Regeln, denen sich die Mädchen dieser Gruppe unterworfen haben. Diese Strukturen werden von ihnen akzeptiert und zelebriert. Amy Goldman Koss schildert den Stress, der in Cliquen entstehen kann, wenn einer das große Sagen hat. Von den Gruppenmitgliedern wird absolute Bewunderung gefordert - zum Lohn winkt die Exklusivität dieser Clique und das bedeutet: beliebt sein, beneidet werden und geschützt sein ... (ab 12 Jahren)
dtv, ISBN 3-423-70759-3, ca. 140 S.; € 7,--
„Stravaganza - Stadt der Masken“ von Mary Hoffmann:
Stravaganza entführt in eine bestechend schöne und mit großem Ideenreichtum ausgestattete Parallelwelt: in das Land Talia und in die Stadt Bellezza, die wie Venedig aussieht aber doch ganz anders ist. Der schöne Schein trügt, denn in den Gassen treiben Spione und Verbrecher ihr Unwesen. Lucien gerät durch ein marmoriertes Notizbuch in diese Abenteuerwelt, aber bald wird er selbst zur Zielscheibe der Verschwörer, die in Bellezza leben. Denn Lucien hat keinen Schatten und verrät sich dadurch als „Stravagante“, der durch Raum und Zeit reisen kann. (ab 12 Jahren)
Arena Verlag, ISBN 3-401-05976-9, ca. 370 S.; € 10,00
„Salz im Haar“ von Avi:
Salz im Haar ist trotz der Prophezeiung von Kapitän Jaggery wahrlich nicht das einzige, was an der 13jährigen Charlotte während ihrer abenteuerlichen Atlantiküberquerung im Jahre 1832 hängenbleibt. Die Reise verändert ihr Leben von Grund auf. Denn an Bord der Seahawk gelten eigene Gesetze, und ihr Befehlshaber, der elegante Jaggery, entpuppt sich als Tyrann, der seiner Mannschaft täglich das Äußerste abverlangt. Charlotte gerät zwischen die Fronten und stellt sich auf die Seite der Besatzung, nachdem ein Matrose durch ihre Schuld zu Tode geprügelt wird. Plötzlich steht sie selbst unter Mordanklage... (ab 12 Jahren)
Carlsen Verlag GmbH , ISBN 3-551-35474-X, ca. 205 S.; € 5,95
„Malus Wolf“ von Ruth Craig:
Die Menschen der Steinzeit haben keine Haustiere. Trotzdem erlaubt die Sippe Malu, ein Wolfsjunges aufzuziehen. Die Bedingung: Der Wolf darf niemandem etwas tun, sonst muss er sterben. Als Malu angegriffen wird, beißt der Wolf zu. Um ihren Wolf zu retten, entschließt sich Malu für ein Leben fern der Gemeinschaft … (ab 12 Jahren)
Ravensburger TB, ISBN 3-473-52243-0, ca. 220 S.; € 5,95
„Die Türme des Februar“ von Tonke Dragt:
Seltsame Dinge geschehen: Fußspuren, die aus dem Meer kommen. Die zwei unheimlichen Türme in den Dünen sind fremd und doch seltsam vertraut. Wie bin ich hierher gekommen? schreibt der Junge in sein Tagebuch. Was tue ich hier? Ich weiß nicht mehr, wer ich bin ... Er findet Menschen, die ihm helfen und auf der Suche nach sich selbst stößt er auf das Rätsel der Türme, auf das Geheimnis des 30. Februar. Aber wie heißt das Wort, das ihn hierher versetzt hat? Und will er überhaupt zurück? (ab 12 Jahren)
Beltz GmbH, ISBN 3-407-78081-8, ca. 220 S.; € 8,90
„Die Neschan-Trilogie“ von Ralf Isau:
Jonathan Jabbok, ein 14jähriger schottischer Junge, ist seit seinem neunten Lebensjahr gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Da er deswegen an den meisten Unternehmungen seiner Mitschüler nicht teilnehmen kann, vergräbt er sich in seine Bücher und gelangt so in seinen Träumen in die fremde Welt Neschan, wo er als kräftiger gesunder Junge auserwählt wird, eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. (ab 12 Jahren)
Bd 1 Die Träume des Jonathan Jabbok
Bd 2 Das Geheimnis des siebten Richters
Bd 3 Das Lied der Befreiung Neschans
Thienemann ISBN 3-522-17653-7, ca. 1585 S.; € 39,80; (Bände auch einzeln erhältlich)
„Warum fallen Katzen immer auf die Füße?“ von Gerhard Staguhn:
Warum ist der Himmel blau? Warum fällt der Gecko niemals von der Decke? Und warum verfliegen sich Zugvögel nie? Hier werden diese Rätsel des Alltags endlich so beantwortet, dass Wissen Spaß macht. (ab 12 Jahren)
dtv Taschenbücher, ISBN 3-423-62190-7, ca. 225 S.; € 8,50
„Krabat“ von Otfried Preußler:
Wirklichkeit und Traumwelt fließen in diesem Stoff ineinander. Ein 14jähriger Junge verdingt sich in einer "schwarzen Schule", verkauft seine Seele und wird durch die Liebe eines Mädchens erlöst. Empfohlen von OStR G. Schmid;
dtv Großdruck, 320 S., ISBN 3-423-25087-9, € 8,50;
„Das Austauschkind“ von Christine Nöstlinger:
So einen Austauschschüler hatte die Familie nicht erwartet: verfressen, verstockt, muffelig. Mit scharfem Blick und Witz wird berichtet, wie Gast und Familie schließlich doch noch zueinander finden. Es ist alles ganz anders, als der erste Eindruck vermuten lässt. Empfohlen von OStR G. Schmid;
Beltz GmbH, 160 S., ISBN 3-407-78198-4; € 6,50;
„Im Schatten des Vesuvs“ von Eilis Dillon:
Der junge griechische Sklave Timon kommt mit seinem Herrn, dem römischen Maler Scrofa, nach Pompeji, wo ein gut bezahlter Auftrag die beiden erwartet. Als sich aber für Timon eine Fluchtmöglichkeit bietet, greift er zu. Während er mit seinen neu gewonnenen Freunden die Flucht vorbereitet, macht sich der Vesuv bemerkbar und schnell häufen sich Anzeichen einer drohenden Katastrophe. Einfühlsam beschreibt die Autorin das Leben in der Stadt, die Situation der Sklaven und Gladiatoren und den Ausbruch des Vulkans mit dem Untergang Pompejis. Empfohlen von OStR G. Schmid;
dtv Taschenbuch, ca. 160 S., ISBN 3-423-07497-3; € 7,00;
„Animorphs“ von Katherine Applegate:
Fünf Jugendliche erhalten von einem sterbenden außerirdischen Alien die Macht zu morphen, d.h. sie erlangen die Fähigkeit sich für kurze Zeit in Tiere zu verwandeln und deren Fähigkeiten im Kampf gegen eine bedrohliche Macht einzusetzen. In dieser Reihe sind über zwanzig spannende Bände erschienen; sie sind nicht nur bei Jungen beliebt, auch Mädchen lassen sich gerne mit den detailgenauen Erlebnissen der Hauptdarsteller in die Gefühlswelt der unterschiedlichen Tiere mitnehmen. Empfohlen von Johannes, 5. Kl.
Ravensburger Taschenbuch, Bd. 1 ca. 190 S., ISBN 3-473-34851-1; € 6,50;
„Herr der Diebe“ von Cornelia Funke:
Prosper und sein kleiner Bruder Bo laufen vor ihrer Tante davon, denn die will die beiden nach dem Tod ihrer Mutter trennen. Ihre Flucht führt sie nach Venedig, wo sie bei einer Kinderdiebesbande Unterschlupf finden. Anführer ist der Herr der Diebe, der geheimnisvolle maskierte Scipio, der immer wieder aus dem Nichts auftaucht und den Kindern Diebesgut zum Verkaufen bringt. Eines Tages bekommt er den Auftrag den Flügel eines Karussell-Löwen zu stehlen ... Drei Handlungsstränge – der die Brüder verfolgende Detektiv, das Leben der Kinderbande und die Geheimnisse des Karussells – machen diesen dicken Schmöker sehr spannend.
Dressler Verlag, ca. 390 S., ISBN 3-7915-0457-6; € 15,90
„Löcher – Die Geheimnisse von Green Lake“ von Louis Sacher:
Hier geht es wirklich um Löcher, die Jugendliche in einem Strafcamp, das an einem ausgetrockneten See liegt, graben müssen. Warum sie das tun müssen? Weil der Boss dieses Camps etwas sucht – und weil es sonst diese märchenhafte Geschichte über nicht eingelöste Versprechen, einen Fluch und eine ungewöhnliche Freundschaft nicht gäbe – und das wäre jammerschade! Sehr spannend! Deutscher Jugendbuchpreis 2001. Empfohlen von Corinna, 5. Klasse.
Beltz GmbH, ca. 300 S, ISBN 3-407-78568-2, € 7,90
„Der schwarze Mond“ von Gabriele Beyerlein:
Drei Jungen machen ein Fantasy-Rollenspiel und verschwinden auf mysteriöse Weise. Jens glaubt zu wissen, wo die Jungen stecken, folgt ihnen in eine fremde Welt voller Magie und erlebt ein fantastisches Abenteuer, das viel Mut von ihm verlangt ...
Thienemann, ca. 250 S., ISBN 3-522-17386-4, € 12,--.
„Level 4 – Die Stadt der Kinder“ von Andreas Schlüter:
Ben spielt sein neues Computerspiel und plötzlich findet er sich in einer Welt ohne Erwachsene wieder. Bis er und seine Freunde den Weg aus dieser Situation hinaus gefunden haben, müssen viele Probleme zwischen rivalisierenden Kindergruppen bewältigt werden. Es gibt zwei weitere spannende Folgebände mit den Titeln „Der Ring der Gedanken“ und „Achtung, Zeitfalle!“
dtv Verlag, ca. 270 S., ISBN 3-423-70459-4; € 8,--
„Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ von Walter Moers:
Ein kleiner Blaubär entführt die Leser in eine Welt, in der Fantasie und Humor auf abenteuerliche Weise außer Kontrolle geraten sind: in Zamonien ist Intelligenz eine übertragbare Krankheit, Sandstürme sind viereckig und hinter jeder Idylle lauern tödliche Gefahren oder höchst seltsame Wesen. In 13 ½ Lebensabschnitten kämpft sich der unerschrockene Held durch dieses märchenhafte Reich, in dem alles möglich ist – nur nicht Langeweile. Empfohlen von Corinna, 5. Klasse.
Goldmann Taschenbuch, ca. 700 S., ISBN 3-442-41656-6, € 12,50;
„Silberflügel“ von Kenneth Oppel:
Wer jemals eine Fledermaus fliegend erlebt hat, weiß, dass es keinen passenderen Namen als „Schatten“ für den Helden eines Fledermaus-Romans geben kann. Schon nach wenigen Sätzen ist man mittendrin im Geschehen, so lebendig und gekonnt wird hier ein ganz besonderes Abenteuer erzählt. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um die Sehnsucht Nr. 1 aller Kinder: das zu tun, was absolut verboten ist! Schatten will die Sonne sehen! Aber das Tabu ist so verinnerlicht von seinen Artgenossen, dass selbst der größte Rowdy Chinook kneift und seine Begleitung verweigert. Schatten aber will seinen Plan dennoch verwirklichen, ohne zu ahnen, dass er damit die ganze Fledermaus-Kolonie in Lebensgefahr bringt ... Von der ersten bis zur letzten Seite entwickelt sich der Spannungsbogen von sanft bis fast unerträglich und Schatten erlebt Dinge, von denen Fledermäuse und Kinder vorher nichts wußten! Von Kenneth Oppel gibt es zwei weitere Bände: „Sonnenflügel“ und „Feuerflügel“.
Beltz GmbH, Bd. 1 ca. 350 S, ISBN 3-407-78681-6; € 8,90
„Norbert Nobody – oder das Versprechen“ von Nicky Singer:
Norbert Nobody, der eigentlich Robert Nobel heißt, ist der Außenseiter seiner Klasse bis er gemeinsam mit einigen Mitschülern an einem Altenheimprojekt teilnimmt. Jeder Schüler bekommt dort einen Senioren oder eine Seniorin als Partner, und natürlich zieht Norbert wieder einmal die Niete: „seine“ Seniorin ist mit Abstand die verbiestertste und störrischte Alte von allen. Und doch entwickelt sich die Begegnung zwischen beiden zu der bewegendsten von allen. Nicht nur Norbert wächst über sich hinaus, indem er ein Versprechen einlöst, sondern auch die alte Frau öffnet sich und schließt eine Art inneren Frieden mit ihrem Leben. Ein unglaublich fesselndes Buch.
dtv Verlag, ca. 245 S., ISBN 3-423-70732-1; € 9,--
„Caius ist ein Dummkopf“ von Henry Winterfeld:
Ein Krimi im antiken Rom. Der Minervatempel ist beschmiert und der Schüler Rufus wird verdächtigt diesen Frevel begangen zu haben. Rufus kommt in ziemliche Bedrängnis, wird aber durch überraschende Wendung gerettet. Spannend für Leser, die sich für Latein entscheiden.
Omnibus Taschenbuch, ca. 190 S., ISBN 3-570-20520-7; € 6,00.
„Alpha Kids“ von Chris Archer:
Unter diesem Titel ist eine 10bändige Reihe sehr spannender Science-Fiktion-Erzählungen erschienen, die besonders von Jungen gerne gelesen werden. Die Hauptfiguren erfahren an ihrem 13. Geburtstag, dass sie nicht aus dieser Welt sind. Sie haben eine Mission und werden die Welt retten können, wenn ihre Kräfte sie nicht verlassen ... Verschiedene sehr spannende Einzeltitel. Empfohlen von Johannes, 7. Klasse.
Arena Verlag; Bd. 1 „Ein Alien im Spiegel“, ISBN 3-401-02161-3, jeder Band ca. 170 S.; € 6,50
„Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser. Von der Urzeit bis zur Gegenwart“ von Ernst H. Gombrich:
Das Buch enthält zahlreiche fesselnd geschriebene Kapitel zu wichtigen geschichtlichen Ereignissen. Die Begebenheiten werden aus der Sicht von einfachen Leuten oder interessierten, betroffenen Zeugen erzählt. Man befindet sich stets mitten in einer spannenden Handlung. Diese „kurze Weltgeschichte“ wird übrigens auch gerne von Erwachsenen gelesen, die an der Darstellung die Informationen über die Aufeinanderfolge oder Gleichzeitigkeit historischer Begebenheiten schätzen. (Ab 6. Kl.: erstes Jahr Geschichte).
DuMont Verlag, ca. 350 S., ISBN 3-832-17654-3; € 12,90
„Tirkan“ von Dirk Lornsen:
Der Autor dieses spannenden Romans aus der Jungsteinzeit ist selbst Archäologe und war im Frühjahr 2003 im PKG zu Besuch, um vor Schüler/innen der 6. Klassen über das Leben der Steinzeitmenschen zu berichten. Hauptfigur des spannenden Romans ist Tirkan, der ohne Eltern aufwächst und bei dem Einzelgänger Harp das Jagen und Werkzeugmachen lernt. Als eines Tages Räuber das Dorf am Meer bedrohen und Tirkans Gefährtin Mina entführen, muss Harp anhand den Fußspuren erkennen, dass die Mörder seiner Frau zurückgekehrt sind ... Beim Lesen erfährt man ganz nebenbei aus den archäologisch korrekten Beschreibungen und Zeichnungen, wie Waffen und Werkzeuge hergestellt wurden und wie die Menschen gelebt haben. Empfohlen für 6. Klasse.
Thienemann, ca. 200 S., ISBN 3-522-16864-X; € 9,90
Für die Mittelstufe:
„Zu keinem ein Wort“ von Lutz van Dijk:
Cilly ist sieben, als Hitler an die Macht kommt. Erst allmählich merkt sie, dass sich dadurch ihr ganzes Leben verändert, denn sie kommt aus einer jüdischen Familie. Als das Leben in Frankfurt immer gefährlicher wird, haben Cilly und ihre Schwester Jutta Glück im Unglück: Mit einem Kindertransport gelangen sie 1938 nach Amsterdam, wo sie Aufnahme in einem Waisenhaus finden. Doch mit Beginn des Zweiten Weltkriegs droht auch hier Gefahr… Cilly, die eine Ausbildung in der jüdischen Kinderkrippe und einen Ausweis „unabkömmlich“ besitzt, kann ihre jüngere Schwester im letzten Moment retten. Jetzt müssen sie untertauchen…. (ab 12 Jahren)
Bertelsmann Verlag, ISBN 3-570-30316-0, ca. 225 S., € 6,90
„Donata, Tochter Venedigs” von Donna Jo Napoli:
Venedig im Jahr 1592: Die 14-jährige Donata Mocenigo hat Glück. Sie ist die Tochter einer reichen und angesehenen adligen Familie. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Laura und zehn weiteren Geschwistern wächst sie wohl behütet in ihrem Elternhaus, einem Palazzo am Canal Grande, heran. Aber Donata fühlt sich gefangen im goldenen Käfig. Sie darf das Haus nur verschleiert und in Begleitung verlassen, muss musizieren und tanzen – dabei würde Donata viel lieber lesen und schreiben lernen wie ihre Brüder. Aber das schickt sich nicht für ein Mädchen ihres Standes. Weil nur die älteste Tochter heiraten darf, ist ihr selbst ein Leben im Kloster vorbestimmt. Donata fasst einen Plan: Bevor sie für immer hinter dicken Klostermauern verschwindet, will sie das wahre Venedig sehen. Als Junge verkleidet, schleich Donata heimlich aus dem Palazzo und durchstreift die Gassen. Dabei lernt sie den jüdischen Jungen Noé kennen, der als Schreiber für ein Verlagshaus arbeitet. Er gibt ihr Arbeit, ahnt jedoch nicht, dass Donata, die sich längst in ihn verliebt hat, ein Mädchen ist. Aber Donatas Ausflüge bleiben nicht unbemerkt und sie verändern nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer ganzen Familie. (ab 12 Jahren)
Fischer Schatzinsel Verlag, ISBN 3-596-85124-6, ca. 350 S.; € 14,90
„Freak“ von Rodman Philbrick:
Die wunderbare Geschichte einer Freundschaft von zwei ganz besonderen Außenseitern, Kevin und Max. Durch die Kraft des einen und den Verstand des anderen bilden sie ein unschlagbares Team. (ab 12 Jahren)
Ravensburger TB, ISBN 3-473-58147-X, ca. 170 S.; € 5,95
„Merlin; Wie alles begann“ von T. A. Barron:
Ein Junge wird an die walisische Küste gespült, ohne Namen und Erinnerungen, an seiner Seite eine Frau mit saphirblauen Augen, die behauptet seine Mutter zu sein. Branwen, so nennt sie sich, und Emrys, so nennt sie den Jungen, finden Unterschlupf weit ab vom Dorf, wo man Branwen für eine Hexe hält. In aller Zurückgezogenheit lehrt Branwen ihrem Sohn die Sagen der Griechen und das Wissen der keltischen Druiden ... doch über seine eigene Vergangenheit schweigt sie. Als Emrys an seinem Namen zu zweifeln beginnt und nach und nach seine übernatürlichen Fähigkeiten und deren dunkle Seite entdeckt, läuft er davon, um seine Wurzeln und das Geheimnis seiner magischen Kräfte zu ergründen. Er will wissen, wer er ist und gelangt schließlich an den nebligen Ort Fincayra. Ein Ort von dem man sagt, er liegt auf halbem Weg zwischen unserer Welt und der Welt des Geistes … Farbenreich, poetisch und mit überbordender Fantasie schildert Thomas A. Barron die Jugend des weisen Zauberers und Lehrers Merlin. Tastend lässt er den Jungen seine Gedanken und Gefühle schildern, seine Haltlosigkeit und Verlorenheit, die staunende Freude über seine magischen Kräften und die Zweifel, sie umsichtig gebrauchen zu können. (ab 12 Jahren)
dtv junior extra, ISBN 3-423-70571-X, ca. 390 S.; € 10,00
„Das kurze Leben der Sophie Scholl“ von Herrmann Vinke:
Am 22. Februar 1943 wurde die 21-jährige Sophie Scholl gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und dem Mitstreiter Christoph Probst im Münchner Gefängnis Stadelheim mit dem Beil hingerichtet. Sie war Mitglied der „Weißen Rose“, einen Studentengruppe, die mit Fugblättern zum Widerstand gegen Hitler aufgerufen hatte. Herrmann Vinke beschreibt ihr Leben vor und während des Widerstands der „Weißen Rose“ in Form von Berichten, Dokumenten, Zeugenaussagen, Briefen und Fotos. (ab 14 Jahren)
Ravensburger TB Verlag, ISBN 3-473-58011-2, ca. 220S.; € 5,95
„Das Geheimnis des Kartenmachers“ von Rainer M. Schröder:
Dieser Roman spielt in Augsburg um das Jahr 1490; es ist das Zeitalter der großen Entdeckungen, der Expeditionen Heinrichs des Seefahrers und der Kap-Umsegelungen des Bartolomeu Diaz. In dieser Zeit lebt in Augsburg der 16-jährige Caspar Sebald. Nachdem er sich durch einen harmlosen Streich den Zorn des Domherrn zugezogen hat, findet er Anstellung beim Kupferstecher Bartholomäus Wolkenstein. Doch schon bald kommt Caspar einiges rätselhaft vor: Sein neuer Meister lebt und arbeitet im Verborgenen und seine Werkstatt birgt ein großes, gefährliches Geheimnis. Rainer M. Schröder ist bekannt für seine mitreißenden, genau erzählten Abenteuerromane. Für diesen hier war er mehrmals in Augsburg, um beispielsweise herauszufinden, wie lange man zu Fuß vom Dom zu Rathaus braucht, damit in seinem Buch auch alles stimmt! (ab 14 Jahren)
Arena Verlag, ISBN 3-401-02242-3, ca. 430 S.; € 7,95
"Adi - Jugend eines Diktators“ von Gudrun Pausewang:
Ein unglücklicher Junge ist er, der Adi. Keine Freunde, Probleme zuhauf in der Schule - ein Versager? Aber den Kopf hat der junge Adolf Hitler voller Träume: Ein großer Maler wird er werden oder ein großer Architekt oder ... Dazu ist er bestimmt. Dafür ist er ausersehen. Daran glaubt er fest. Auch noch als obdachloser Penner auf einer Parkbank in Wien. Gudrun Pausewang schildert Hitlers Jugend und bemüht sich, so dicht wie möglich an den Fakten zu bleiben. Sie zeigt einen unsympathischen, eingebildeten Jugendlichen, der in der geschilderten Zeit jedoch noch nicht aus der Reihe fällt. Betroffen stellt sich der Leser die Frage, wie es kommen konnte, dass die Mehrheit des deutschen Volkes diesen Menschen zum Führer wählte, sich mit seinen Ideen identifizierte und zuließ, dass er Deutschland in Schuld und Verderben führte. (ab 14 Jahren)
Ravensburger TB, ISBN 3-473-58151-8; ca. 250 S.; € 5,95
„Alki? Ich doch nicht!“ von Maureen Stewart:
Die 15-jährige Vicky berichtet in Briefform über ihr Leben mit und für den Alkohol. Ihre zunächst aggressiven und ablehnenden Aufzeichnungen werden den Antworten und Kommentaren ihres Sozialarbeiters gegenübergestellt. Vicky begreift sich selbst nicht als gefährdet, obwohl sie seit ihrem 11. Lebensjahr regelmäßig Alkohol trinkt. Sie ist überzeugt davon, jederzeit darauf verzichten zu können, aber warum sollte sie? Die Welt ist so viel lustiger und "ohne" ist man "out". Nur wenige Jugendliche, die sie kennt, sind trocken. Trotz ihrer Nachdenklichkeit und intellektuellen Stärke schafft sie es nicht, den Kern ihres Problems wahrzunehmen. Die Sucht ist stärker und kostet sie letztlich das Leben: betrunken stolpert sie vor ein Auto. Dieses bittere Ende ist geeignet Diskussionen auszulösen und nicht stillschweigend das Problem der legalen Droge Alkohol zu akzeptieren. (ab 14 Jahren)
Ravensburger Verlag, ISBN 3-58023-6, ca. 100 S.; € 4,95
„1848 Die Geschichte von Jette und Frieder“ von Klaus Kordon:
Jette ist zutiefst besorgt um ihre große Schwester Guste, die tief in der Nacht noch immer nicht zu Hause ist. Jette weiß mit ihren fünfzehn Jahren genau, welche Gefahren einer Prostituierten drohen. Kordon beschreibt Gedanken und Gefühle der Unruhe so subtil, dass sich auch Lesemuffel der Spannung nicht entziehen können. Wir sind in Berlin 1848. Es ist Sommer. Die Ernte ist knapp ausgefallen. Viele Menschen hungern. Lebensmittel sind für viele unerschwinglich. Wer Arbeit hat, kann sich glücklich schätzen. Spaß und Erfüllung in seiner Arbeit zu finden, ist die große Ausnahme. Aber Frieder, die zweite Hauptfigur des Romans, gehört zu diesen wenigen: Er wird Zimmermann. Eigenes Handwerkszeug zu besitzen, ist die Voraussetzung für einen Arbeitsplatz. Als Frieder aber auf dem Weg von der Arbeit nach Hause zum Kartoffelaufstand der Frauen stößt und man ihn verhaftet, wird ihm das Werkzeug zum Verhängnis. Die Richter werten es als Waffe. In den Monaten der Gefangenschaft in der berüchtigten Hausvogtei erlebt Frieder, was es bedeutet, rechtlos zu sein. Er fängt an, zu verstehen, was der Altkollege Rackebrandt, der mit dem Meister immer ins Diskutieren geriet, mit seiner Frage meinte: "Willst nicht irgendwann mal als freier Mensch leben?" Er erkennt, dass politisches Engagement und Verantwortung als Handlungsanweisung für seine und die Rechte der anderen zu kämpfen bedeutet. So schließt er sich den revolutionären Studenten an und gewinnt so auch Jettes Liebe. (ab 14 Jahren)
Beltz GmbH, ISBN 3-407-78851-7, ca. 520 S.: € 9.90
„Die Outsider“ von Susan E. Hinton:
Der vierzehnjährige Ponyboy Curtis lebt allein mit seinen älteren Brüdern Soda und Darry, seit die Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Ponyboy ist ein Greaser - so nennen sich die Jugendlichen aus den Slums der Großstadt, die einen endlosen Kleinkrieg gegen die arroganten Socs aus den wohlhabenden Familien der West Side führen. Dieser Krieg hinterlässt nicht nur sichtbare Wunden, sondern auch Narben auf der Seele: der nervöse Jonny hat panische Angst vor den Socs, seitdem sie ihn brutal zusammengeschlagen haben. Als Pony und Jonny eines Abends von einigen betrunkenen Socs überfallen werden, dreht Jonny durch und ersticht einen der anderen Jungen. Mit Ponyboy flieht er aus der Stadt und versteckt sich in einer alten Holzkirche. Dort kommt es zur zweiten Katastrophe: Beim Versuch, einige Kinder aus der brennenden Kirche retten, wird Jonny schwer verletzt. Dass die Greaser die Socs in einer großen Schlacht besiegen, ist für Ponyboy nun nicht mehr so wichtig. Durch Jonnys Tod beginnt er zu verstehen, wie sinnlos Hass und Gewalt tatsächlich sind. (ab 14 Jahren); Verfilmt von Francis Ford Coppola
dtv junior, ISBN 3-423-78169-6, ca. 235 S.; € 6,50
„Verrückt vor Angst“ von Jana Frey:
Jeden Tag kämpft Nora aufs Neue. Eigentlich sehnt sie sich nach Spaß und Verliebtsein und Pläneschmieden. Doch Nora hat Angst. Die Angst hat sich in ihr Leben geschlichen und lässt sie nicht mehr los. Immer häufiger werden ihre Panikattacken, bis Nora den Kampf aufgibt. Erst als es fast zu spät ist, findet sie einen Weg aus ihrer Verzweiflung. Und einen Schutz vor der Welt draußen. Nora ist nur eine von vielen Jugendlichen in Deutschland, die auf jugendpsychiatrischen Stationen Hilfe finden. Stellvertretend für sie hat Nora ihre Geschichte erzählt und damit einen Roman ermöglicht, der in seiner schonungslosen Offenheit Mut macht. (ab 14 Jahren)
Fischer Taschenbuch Verlag, ISBN 3-596-80559-7, ca. 190 S.; € 6,95
„Spätes Tagebuch“ von Max Mannheimer:
Max Mannheimer hat alles durchlitten, was einem Menschen in dem von Deutschen entfesselten Inferno zustoßen konnte: Demütigung, Vertreibung, Internierung im Ghetto, Tod fast der ganzen Familie in der Gaskammer, Arbeitslager und KZ, Hunger, Krankheit und Misshandlung. Wie durch ein Wunder hat er, gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder, die Hölle überlebt. Nie wieder, so schwor er sich, wollte er zurück nach Deutschland, das Land seiner Peiniger. Doch dann lernte er eine junge Deutsche kennen, die im Widerstand gewesen war, und gründete in München, der ehemaligen Hauptstadt der Bewegung, eine Familie. Mannheimer sprach nicht über das, was er erlebt hatte. Erst, als er irrtümlich seinen Tod nahen glaubte, entschloss er sich, für die Nachgeborenen das Durchlittene festzuhalten. Heute ist Max Mannheimer unermüdlich tätig in Vorträgen, Diskussionen und Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Dachau. Seit 1988 ist er Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau. In zahllosen Veranstaltungen, vor allem auch in vielen Schulen, leistet er die schmerzliche Arbeit der Erinnerung und ist so ein unentbehrlicher Streiter für unsere demokratische Kultur. (ab 14 Jahren)
„Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“ (Max Mannheimer in einer Diskussion mit Schülern)
Pendo Verlag, ISBN 3-85842-374-2, ca. 130 S.; € 7,90
„Kurzer Rock“ von Christina Wahldén:
"Ich hatte einen kurzen Rock an und hochhackige Schuhe. Das heißt, dass ich selber schuld bin." So sucht Madde die Schuld ihrer Vergewaltigung zuallererst bei sich selbst. Es handelte sich nicht um einen Überfall an einer dunklen Ecke durch einen Fremden. Die Täter sind Klassenkameraden des Mädchens! Die Autorin zeigt, wie schnell, verstärkt durch Alkohol und Drogenkonsum, alle Beteiligten - Täter und Opfer - in solch eine Situation hineinrutschen. Realistisch und klischeefrei begeleitet der Leser das Vergewaltigungsopfer von der Vergewaltigung, zur ärztlichen Untersuchung, zur Anwältin, zum Gerichtsprozess bis zum Beginn der Verarbeitung der Ereignisse. Wenn Madde am Ende ganz langsam wieder anfängt zu leben, beginnt das ganz leise und zaghaft. Ein Buch für junge Menschen, die sich nachfühlend und doch realistisch nüchtern dem Thema Vergewaltigung stellen wollen. (ab 14 Jahren)
Fischer TB Verlag, ISBN 3-596-80477-9, ca. 160 S.; € 6,90
„Die Jagd nach dem kleinsten Baustein der Welt“ von Gerhard Staguhn:
Was sind die kleinsten Bausteine der Welt, aus denen der Kosmos, unsere Erde und alles Leben besteht? Anschaulich und fesselnd wird hier die Geschichte der Chemie und der Atomphysik erzählt und die rasante Entwicklung der Forschung in den letzten hundert Jahren. Wie funktioniert ein Laserstrahl? Was sind Quarks? Was geschieht in riesigen Teilchenbeschleunigern? Dieses Buch werden sich neugierige Eltern bei ihren Kindern ausleihen … Vom gleichen Autor außerdem erhältlich: „Die Rätsel des Universums“ und „Die Suche nach dem Bauplan des Lebens“; (ab 14 Jahren)
dtv Verlag, ISBN 3-423-62152-4, ca. 235 S., € 10,--
„Bartleby, der Schreibgehilfe“ von Herman Melville:
"Ich möchte lieber nicht." Mit dieser Standardantwort zeigt Bartleby, der eigenwillige Schreibgehilfe eines New Yorker Anwalts unverhohlen seinen Widerwillen gegen all die unliebsamen Pflichten dieser Welt. Hinter seinen harmlos klingenden, immer höflich vorgebrachten Worten verbirgt sich ein höchst radikales Lebensprinzip: nie wieder etwas zu tun, worauf man keine Lust hat. Diese Verweigerungshaltung hat Melvilles Bartleby zum Schutzheiligen aller notorischen Faulpelze werden lassen. Melvilles Geschichte aus der Wall-Street ist Pflichtlektüre für alle, die manchmal keine Lust auf ihre Arbeit haben ... (ab 15 Jahren)
Manesse, ISBN 3-717-54030-0, € 9,90
„Der gelbe Vogel“ von Myron Levoy:
Alan will herausfinden, warum das Nachbarkind Naomi verstört und unzugänglich ist; er mag sie. Er erfährt, dass Naomi mit ihrer Mutter aus dem besetzten Frankreich vor den Nazis geflohen ist und Grausames mitansehen musste. Ein historischer Roman, der das Gefühl anspricht. Empfohlen von OStR G. Schmid;
dtv pocket, ca. 190 S., ISBN 3-423-07842-1; € 5,50;
"Geboren 1999“ von Charlotte Kerner:
Gentechnik: Ferne Zukunft oder schon möglich? Karl, 17, wurde als Kind adoptiert und sucht nun seine Eltern. Eine Journalistin hilft ihm dabei. Was sie entdecken ist erschreckend und verwirrend - auch für den Leser. Für Karl enden die Nachforschungen jedenfalls sehr abrupt. Empfohlen von OStR G. Schmid;
Beltz GmbH, ca. 170 S., ISBN 3-407-78737-5; € 6,90
„Malka Mai“ von Mirjam Pressler:
Die Ärztin Hanna Mai versucht mit ihren Töchtern 1943 nach Ungarn zu fliehen, muss aber schon bald die 8-jährige Malka krank bei einem ungarischen Bauern zurücklassen. Entgegen der Abmachung wird Malka von dem Bauern jedoch nach kurzer Zeit alleine ausgesetzt und kehrt nach Polen zurück, irrt dort durch verschiedene polnische Ghettos und muss immer wieder miterleben, wie ihr vertraute Mitmenschen deportiert werden. Hanna Mai versucht inzwischen verzweifelt ihre Tochter wiederzufinden, Malka aber verdrängt die Erinnerungen an die Mutter zunehmend aus ihrem Bewußtsein. Mirjam Pressler erzählt auf einzigartige Weise vom fortschreitenden Identitätsverlust eines Kindes, das auf die Schrecken der Verfolgung nur mit Vergessen reagieren kann.
Beltz GmbH, ca. 330 S., ISBN 3-407-80879-8; € 7,90
„Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel:
Phil und seine Zwillingschwester Dianne haben bei ihrer unkonventionellen Mutter jede Freiheit, aber damit sind ihre Probleme, erwachsen zu werden, keineswegs gelöst. Beide müssen sich mit Schuld und Schmerz auseinander setzen, besonders Phil mit seiner unerwiderten Liebe zu Nicholas, dem Schulfreund. Realistische Szenen, in denen auch Gewalt eine Rolle spielt, wechseln ab mit märchenhaften, magischen Momenten – eine unterhaltsame und spannende Mischung.
Carlsen, ca. 480 S., ISBN 3-551-35315-8; € 8,90.
„RaumZeit“ von Christian Linker:
RaumZeit thematisiert Fragen nach Freiheit, Identität und Sinn des Lebens anhand der Ich-Erzählung des inhaftierten Tim, der zu 22 Monaten Jugendstrafe verurteilt wurde. In Rückblenden erzählt er vom Alltag hinter Gittern, von Gewalt, Verzweiflung, seiner Einsamkeit und auch von Liebe. Empfohlen von der Jugendjury des Deutschen Jugendbuchpreises 2003.
dtv Verlag, ISBN 3-423-78217-X; € 6,50.
„Der Bleisiegelfälscher“ von Dietlof Reiche:
Nördlingen 1613: Meister Kratzer webt mehr Loden als erlaubt und muss deshalb die offiziellen Bleisiegel fälschen - wie fast alle Weber der Stadt. Doch an ihm soll ein Exempel statuiert werden. Ihm drohen Folter und Tod. Nur sein Geselle Martin und seine Tochter Margret versuchen ihn zu retten.
Beltz GmbH, ca. 420 S., ISBN 3-407-78696-4; € 5,90.
„Abby Lynn – Verbannt ans Ende der Welt“ von Rainer M. Schröder:
Zu Unrecht des Taschendiebstahls beschuldigt, wird die 14-jährige Abby Lynn verurteilt und zu sieben Jahren Sträflingsarbeit in die neue Kolonie Australien verbannt. Allein die Hoffnung auf Gerechtigkeit lassen sie die Strapazen der Überfahrt und die qualvollen Wochen ihrer Haft überleben. Es gibt zwischenzeitlich vier Bände vom abenteuerlichen Leben der Abby Lynn. Bertelsmann Taschenbücher; jeder Band € 7,50;
Bd. 1: Abby Lynn - Verbannt ans Ende der Welt; 352 S., ISBN 3-570-13253-6; € 7,50
Bd. 2: Abby Lynn - Verschollen in der Wildnis; 285 S., ISBN 3-570-30099-4; € 7,00
Bd. 3: Abby Lynn - Verraten und verfolgt; 256 S., ISBN 3-570-30224-5; € 6,90
Bd. 4: Abby Lynn - Verborgen im Niemandsland 279 S., ISBN 3-570-12646-3; €14,90
„Die letzte Fahrt der Triton“ von Hans Dieter Stöver:
Im Jahr 71 vor Christus muss der 17-jährige Marcus Valerius Messalla überstürzt von Griechenland nach Rom fahren. Doch das Handelsschiff, mit dem er reist, ist beladen mit Schätzen fragwürdiger Herkunft, und die Piraten im Mittelmeer lauern bereits auf fette Beute. Die Reise wird für den jungen Römer ein Kampf ums Überleben, denn die Triton wird niemals in Rom ankommen.
dtv junior; ca. 500 S., ISBN 3-423-70632-5; € 9,--;
„Hexenfeuer“ von Isolde Heyne:
Barbara sitzt unschuldig gefangen im Kerker. Es ist Nacht – am nächsten Morgen soll sie als Hexe verbrannt werden. Doch wie geriet sie in die Maschinerie der Inquisition? In dieser - ihrer letzten - Nacht erinnert sie sich.
Ravensburger Taschenbücher; ca. 280 S., ISBN 3-473-58015-5; € 6,95;
„Emma – Die Zeit des schwarzen Schnees“ von Simone van der Vlugt:
Um den Unterhalt der Familie zu sichern, muss die 14-jährige Emma im Kohlebergwerk arbeiten. Kinderarbeit ist dort trotz schwerster Arbeit und vielen Gefahren normal. Als eines Tages bei einer Inspektion der Mine auch der Sohn des Direktors anwesend ist, ergreift Emma ihre Chance. Sie zeigt Rudolf die wahren Zustände unter Tage.
Bertelsmann Verlag, ca. 220 S., ISBN 3-570-30241-5; € 6,90;
„Die Welle“ von Morton Rhue:
Ein junger Lehrer wagt an einer amerikanischen High School ein ungewöhnliches Experiment. Er möchte seinen Schülern beweisen, dass Anfälligkeit für faschistoides Handeln und Denken immer und überall vorhanden ist. Doch die „Bewegung“, die er auslöst, droht ihn und sein Vorhaben zu überrollen: Das Experiment gerät außer Kontrolle.
Ravensburger Verlag; ca. 190 S., ISBN 3-473-58008-2; € 5,95;
„Die Zeit ist kaputt – Die Lebensgeschichte des Erich Kästner“ von Klaus Kordon:
Spannende und ausführlich Biographie des im Dritten Reich zu den „verbrannten Dichtern“ gehörenden Schriftstellers Erich Kästner.
Beltz & Gelberg Taschenbücher, ca. 320 S., ISBN 3-407-78782-0; € 9,90;
„Lutz van Dijk erzählt die Geschichte der Juden“ von Lutz vam Dijk:
Ich glaube nicht, dass man Vorurteile bekämpfen kann. Menschen, die hassen und morden aufgrund von Vorurteilen, haben ein starkes Bedürfnis nach Vereinfachung und klarer Orientierung – eben nach Vorurteilen. Widersprüchlichkeiten können sie kaum aushalten. Dies anzuklagen hilft wenig. Manchmal kann man diese Menschen überraschen. Manchmal gestatten sie sich über ihr eigenes Glück nachzudenken – und nicht das anderer zu zerstören. Manchmal sind sie neugierig – und entdecken Gemeinsamkeiten mit jenen, die ihnen bislang nur fremd und bedrohlich erschienen. Manchmal. Auch dafür lohnt es sich. Aus der Einleitung.
Campus Verlag, ca. 200 S., ISBN 3-593-36703-3; € 19,90;
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